Mittwoch, 23. September 2015

Vorstiegsroute

Es fühlt sich ein bisschen an wie der Vorstieg im Kletterfelsen.
Immer an der Kippe zwischen vollem Risiko und ins Seil fallen lassen. Und stets Ausschau halten nach der nächsten Möglichkeit meinen Sicherheitskarabiner einzuklinken und für den nächsten Schritt wieder gesichert zu sein.
Und gleichzeitig schleicht sich das Vertrauen auf Altbewährtes ein, ich versuche mich an alte Gewohnheiten zu klammern, um aber fast in der gleichen Sekunde, wo ich mich durch das alte gesichert und gestärkt fühle, festzustellen, dass es diesmal anders ist.
Immer im Hinterkopf, dass man mit diesem sicheren Fehlverhalten nicht ans Ziel gekommen ist. Auch wenn es vielleicht bequemer war, war es am Ende doch mühsamer und schweißtreibender.
Und dann ist es nicht nur die Angst in der momentanen Situation möglicherweise den Halt zu verlieren, sondern viel mehr die Angst wieder auf den gewohnten Weg zu kommen und den selben - falschen - Weg ein zweites Mal einzuschlagen.
So kämpfe ich mich mit aller Kraft durch Neues und Gewohntes und Gemustertes und Ungewisses - den Tränen nahe und doch so viel stärker als erwartet.