Samstag, 15. August 2015

Lebensreich

Viele unsagbar schöne Dinge widerfahren mir. Weil ich es zulassen kann. Es fühlt sich an, wie die ersten Schritte nach einer langen Krankheit, die man im Bett verbracht hat. Etwas wackelig, neu, aber doch irgendwie vertraut. Denn ich vertraue darauf, dass ich es noch kann, dass ich weiß wie es geht. Und ja, es geht. Vielleicht etwas ungewohnt, aber doch nicht völlig fremd.
Die Augen weit offen, die Nasenflügel geweitet und bereit alles, jeden Lufthauch, jede Farbe, jedes kleine Detail zu spüren und förmlich aufzusaugen.
Und plötzlich, mit einer Intensität, die nie zuvor dagewesen scheint, lebe ich den Moment. Genau so wie er gerade passiert, mit all seinen Facetten und Reichtümern.

Die Gegenwart legt sich wie ein Schleier über meine bedrückenden Gedanken, die sich um die Zukunft sorgen und die Vergangenheit beweinen. Denn nun zählt nur das Jetzt. Meine Aufmerksamkeit gilt einzig und allein, der Schönheit des Augenblicks. Dem Schmetterling, der mein Sichtfeld kreuzt, den wärmenden Sonnenstrahlen auf meiner Haut, dem Duft, der vom Meer in meine Richtung weht und vor allem mir, wie ich hier sitze, die Beine überkreuzt und atme. Oh, dieser Atem, wie er in und aus meinem Körper strömt, mir Kraft gibt und mich mit Leben füllt - mich leben lässt.

Donnerstag, 13. August 2015

Auf den Brettern dieser Welt

Ich steh mit beiden Füßen am Boden - trotzdem wackelig. Erst war mir nicht klar warum, doch ein kleiner Windhauch hat den Schnee von meinen Schuhen geweht und ich sehe, dass ich an jedem Bein einen anderen Schi trage. In Länge, Breite und Farbe völlig unterschiedlich.
Ich versuche mit dieser Situation klar zu kommen. Probiere jeweils auf einem Bein zu stehen, balanciere und versuche das Gleichgewicht zu halten. Aber so sehr ich mich auch bemühe, es scheint unmöglich zur Ruhe zu kommen. Die wohl beste Idee wäre es, die Schier abzuschnallen und mich auf ein Snowboard zu stellen. Mit beiden Beinen auf einem Brett – das verspricht Festigkeit und Sicherheit.
Doch noch habe ich nicht den Mut die Bindung der Schier zum Öffnen genauer unter die Lupe zu nehmen. Der Moment des Abschnallens fühlt sich in meiner Vorstellung noch wie ein Sturz an – nicht wie der freie Fall, dem man vielleicht auch etwas Positives abgewinnen könnte.
Außerdem ist das Snowboard noch nicht in Sicht. Ich brauche es wohl erst griffbereit, dass ich meine sicheren Bretter loslassen kann.