Sonntag, 29. Dezember 2013

Von Jägerinnen und Sammlerinnen

Die eine ist ständig auf der Suche. Steckt die besten Jagdreviere ab, legt sich auf die Pirsch und hält stets die Augen offen. Sie bringt ihre Beute nach Hause, präsentiert sie stolz und verliert nach getaner Arbeit wohl sehr schnell das Interesse.

Die andere nimmt sich etwas mehr Zeit. Ist sehr lange unterwegs, steckt alles was schön ist in ihre Taschen und hortet ihre Beute. Zu Hause hegt und pflegt sie ihre Errungenschaften und ist stets bedacht, dass es ihren Sammelstücken gut geht. Dafür verzichtet sie auch gerne selbst. Doch sie behält ihre schönen Dinge oft zu lange. Dann versucht sie ihr Bestes sie vorm Verwesen zu retten. Meistens endet es dann damit, dass sie wohl oder übel aufgeben muss, ihr erneutes Misslingen betrauert, bis sie sich abermals auf die Reise begibt. Und das Sammel nimmt kein Ende...

Dienstag, 19. November 2013

Projektionskünstler

Psychoanalytische Definition: unbewusste Verlagerung eigener Wünsche, Gefühle und Vorstellungen auf andere Personen oder Objekte.

Meine Ängste, Wut, Trauer, Hoffnungen haben einen neuen Namen!

Ein Jahr lang trugen all meine Gefühle und Gedanken Mädchenkleider. Doch all das Glitzer, pink und rosa wurde von dunklen Stoffen überschattet. Seit einiger Zeit gelingt es den Farben aber an Glanz zu gewinnen und verdrängen nicht nur die Schatten, sondern wohl auch die bauchschmerzlichen Gedanken. Das Mädchen wurde Teil von mir und bietet jetzt zu wenig Projektionsfläche für das Schlechte. Zwar noch mit grauen Fäden durchzogen, die noch nicht ganz in das Prinzessinnenbild passen, aber zu lieb und niedlich für Negatives.

Eine neue Leinwand muss her. Und noch nicht mal bewusst, dass eine solche Anschaffung nötig wird, ist es schon passiert. Diesmal allerdings drängt sich die große Fläche mit viel Fell und einer eiskalten Schaunze in mein Sichtfeld. Zuallererst landen alle meine Hoffnungen auf ihr. Hoffnung, dass alles besser wird. Wieder mal eine viel zu große Verantwortung für ein so kleines Wesen. Hach, hatten wir das nicht schon mal?!
Die Zukunft glänzt und glitzert in ihren Augen. Die Welt bekommt Farbe und breitet sich vor uns aus.
Doch ein Wimpernschlag, eine unglückliche Ungerechtigkeit, eine getroffene Kurzschlussentscheidung und plötzlich ist da so viel Raum für Wut, Angst, Trauer, und Dunkelheit. Eine Welt bricht zusammen. Eine Welt die nur in meiner Phantasie aufgeblüht war und nun so plötzlich verweste. Die Kraft meiner Vorstellung schaffte es, mir die Blüte nicht nur vorzustellen, sondern sie zu spüren, zu riechen, bei mir zu tragen und wahrhaftig zu spüren. Und genauso intensiv wie der Geruch, die Zartheit und die Weiche meiner Hoffnungen war augenblicklich die Härte und Kälte der Hoffnungslosigkeit.

Den Schalter der Phantasie auf OFF schalten und dem Leben Platz geben. Das Hier und Jetzt bevorzugen und das Gestern und Morgen in den Keller sperren. Da macht meine Phantasie halt - unfähig mir das auch nur vorzustellen wird die kleine Fellschnauze wohl noch eine Zeit lang herhalten und meine gedankliche Gewalt ertragen müssen.

Dienstag, 8. Januar 2013

new year, new job, old life

Der Nebel hängt so tief, dass ich die Silvesterraketen kaum sehen kann. Ohhh, rot...., ohhh grün...., aber das wars auch schon. Das neue Jahr ist so schnell gekommen, wie das alte aufgehört hat. Und was es nun alles mit sich bringen wird, kann ich wohl erst in über 300 Tagen beurteilen. Aber eines weiß ich wenigstens - meinen alten tristen Job hab ich in 2012 gelassen. Und das ist bestimmt gut so. Denn der neue fühlt sich gut an, besser auf jeden Fall.
Trotzdem, auch wenn Neues Gutes bringt, liegt noch viel zu viel Müll in meiner Wohnung. Da stehen massenhaft Kartons, ungeöffnet, vergessen, verstaubt. Schachteln aus hartem Papier, voller verschwiegener Gedanken, Träume und Probleme. Sie aufzureißen wäre wohl zu anstrengend, sie einfach wegzuräumen zu viel Aufwand. Also lass ich sie mal stehen. Vielleicht findet das ach so tolle Jahr ja eine Lösung für diese blutenden Vierecke. Ich jedenfalls bin es leid, diese Dinge von einer Nische in die nächste zu schieben.

Es ist genug.
Genug Kampf mit Dingen, die mein Bauchweh nur verschlimmern. Dieses Bauchweh, das ist immer noch da. Manchmal sogar schlimmer als bisher. Manchmal aber, da ist es plötzlich ganz weg und auf einmal mit ihm all die Kisten. Da sieht meine Wohnung plötzlich blitzeblank aus und es scheint sogar die Sonne. Doch ein Wort, ein Anruf, ein was-auch-immer und der Hammer in mir schlägt wieder zu.
Darf man sich eigentlich etwas wünschen zu Neujahr? Oder ist das nur so ein Gerede? Weil Vorsätze brauch ich mir wohl keine zu machen, dass hat im letzten Viertel (sic!) auch nie geklappt. Tja also, wenn ich mir was wünschen darf, dann wohl, dass es ein gutes Jahr wird.... Am besten aber wäre es, wenn mir jemand beim Beseitigen meines Abfalls helfen würde. Dafür bedarf es aber jemanden, der es erträgt schwer zu tragen, tage-, wochen-, ja vielleicht sogar monatelang Dinge auf sich zu nehmen, die untragbar sind.

Ja vielleicht wünsche ich mir JEMANDEN - vielleicht aber,


wünsche ich mir auch nur MICH.









Dinge auf mich zukommen zu lassen, war noch nie meine Stärke. Vielleicht ist es an der Zeit einfach das zu ändern....