Samstag, 15. August 2015

Lebensreich

Viele unsagbar schöne Dinge widerfahren mir. Weil ich es zulassen kann. Es fühlt sich an, wie die ersten Schritte nach einer langen Krankheit, die man im Bett verbracht hat. Etwas wackelig, neu, aber doch irgendwie vertraut. Denn ich vertraue darauf, dass ich es noch kann, dass ich weiß wie es geht. Und ja, es geht. Vielleicht etwas ungewohnt, aber doch nicht völlig fremd.
Die Augen weit offen, die Nasenflügel geweitet und bereit alles, jeden Lufthauch, jede Farbe, jedes kleine Detail zu spüren und förmlich aufzusaugen.
Und plötzlich, mit einer Intensität, die nie zuvor dagewesen scheint, lebe ich den Moment. Genau so wie er gerade passiert, mit all seinen Facetten und Reichtümern.

Die Gegenwart legt sich wie ein Schleier über meine bedrückenden Gedanken, die sich um die Zukunft sorgen und die Vergangenheit beweinen. Denn nun zählt nur das Jetzt. Meine Aufmerksamkeit gilt einzig und allein, der Schönheit des Augenblicks. Dem Schmetterling, der mein Sichtfeld kreuzt, den wärmenden Sonnenstrahlen auf meiner Haut, dem Duft, der vom Meer in meine Richtung weht und vor allem mir, wie ich hier sitze, die Beine überkreuzt und atme. Oh, dieser Atem, wie er in und aus meinem Körper strömt, mir Kraft gibt und mich mit Leben füllt - mich leben lässt.

Keine Kommentare: