Dienstag, 13. Januar 2009

- mein held -

vielleicht war er es immer schon, zumindest aber ab dem zeitpunkt als ich das erste mal ein gedicht von ihm in meine finger bekam - erich fried. heute besitze ich eine prächtige sammlung seiner werke, ohne wirklich zu wissen wer er ist/war. oft möchte ich mehr über seine worte wissen. wissen was er sich dabei dachte. doch ist es gerade das, das man dieses wissen nicht braucht, um seine gedichte zu lieben. platz für meine gedanken zu haben, lässt seine worte immer wieder in einem anderen licht erscheinen.
und das hab ich heute gefunden:

- bei dir sein wollen
mitten aus dem was man tut
weg sein wollen
bei dir verschwunden sein
nichts als bei dir
näher als hand an hand
enger als mund an mund
bei dir sein wollen
in dir zärtlich zu dir sein
dich küssen von aussen
und dich streicheln von innen
so und so und auch anders
und dich einatmen wollen
immer nur einatmen wollen
tiefer, tiefer
und ohne ausatmen trinken
aber zwischendurch abstand suchen
um dich sehen zu können
aus ein zwei handbreit entfernung
und dann dich weiter küssen -

heute sehe ich diese worte ganz anders als sie scheinen.... und mit meinem gedankengefülltem kopf leg ich mich jetzt schlafen und werde leise weinen.

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